"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

feine absichten und vorurteile

Gestern Abend hatte ich die Absicht, etwas früher heim zu gehen und hab das in einer Absichtserklärung vorher auch meiner Frau gesagt. Leider ist es dann aber etwas später oder etwas genauer gesagt, ziemlich früher geworden, wobei ich das keinesfalls mit Absicht gemacht habe, was ja logisch ist, weil dann hätte ich wohl vorher meiner Gattin eine andere Absicht erklärt.

So bin ich auch sicher, dass es nicht Absicht war, die Baukosten bei der patscherten Kofelbahn so exorbitant zu überschreiten, aber besonders sorgfältig dürfte es auch nicht gewesen sein, wie mit fremdem Geld umgegangen wurde.

Dass nun niemand die Schuld übernimmt, liegt in der Natur der Politik und der HandelndInnen, aber dass akkurat die Gleichen vorher und jetzt nachher für die läppischen Milliönchen womöglich noch die gleiche Hand aufgehalten haben, entbehrt nicht einer gewissen Komik und nur ein Hornochse glaubt daran, dass das das Ende des Goldenen Seiles ist.

Weniger lustig, und da fühle ich mich zum Volldeppen gestempelt, ist das Argument des Neo-Bürgermeisters, dass nämlich ein Häuslbauer auch nicht aufhört, bevor das Dach drauf ist. Das nicht, ihr großen Häuslbau-Spezialisten im Rathaus zu Innsbruck, aber ein normaler Häuslbauer, der im Unterschied zu euch mit seinem eigenen Geld das Häusl bauen muss, macht auch nicht für Haus, Hundehütte, Garage, Gartenhäusl und Müllhäuschen jeweils einen eigenen Architektenwettbewerb und ist außerdem selber ständig auf der Baustelle um nach dem Rechten zu sehen.

Und wenn ich daran denke, welche Umstände eigentlich dazu geführt haben, dass Herr Schröcksnadel am Kofel das Handtuch geworfen hat, dann geht mir heute noch das Messer im Sack auf, aber auch da gibt es das unschlagbare Argument, dass man nämlich hinterher immer klüger sei.

Mit großer Freude habe ich festgestellt, dass Donald, die blonde Locke, zusammen mit Raketen-Kim Jong-un den ultimativen Weltfrieden ausgerufen hat. Freilich hat der eine wenig überraschend keine verbindlichen Zusagen gemacht, wogegen der andere völlig überraschend auf dem Heimflug nicht getwittert hat, dass die Hand, die er Kim gereicht hat, gar nicht seine gewesen und außerdem seine Waffenlobby mit einem sooo großen Frieden überhaupt nicht zufrieden sei.

Wenig zufrieden darüber, dass es in Bozen in der Transitfrage keinen Frieden gab, war nicht nur unser Landeshauptmann, denn dass er die Schnauze voll hat von nebulos gehaltenen Absichtserklärungen, von kurzfristig einfach nicht erschienenen Verkehrsministern, von der Hinhaltetaktik der Bayern nebst Nichteinhaltung von Verträgen und mehr als schwammiger Absichtserklärungen, hat man ihm angesehen, unserem obersten Tiroler.

Und weil gerade die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland über den Rasen läuft, möchte ich heute mit einem reinen Vorurteil schließen. Angeblich musste das Spiel Columbien gegen Jamaika nach fünfzehn Minuten deswegen abgebrochen werden, weil dann das Gras geraucht und die Linien geschnupft waren.

Schönen Sonntag!

Feuer der Geschichte

Man sagt, die Geschichte wiederholt sich und die Dummheit der Menschen besteht darin, aus gemachten Fehlern nichts gelernt zu haben. Genau das ist meiner Meinung nach der Grund für das derzeitige

Aufrüsten der Worte und die rasant steigende Gewaltbereitschaft. Dazu kommen Gäste, die sich nicht wie Gäste aufführen und bei denen zum Beispiel ein Messer nichts anderes ist als ein besonders gutes Argument. Nichts ist mehr heilig, niemand hält sich noch an Spielregeln. Wir haben auch gerauft, ich freilich ziemlich wenig, weil ich sowieso immer verloren hätte, aber bei uns galt das ungeschriebene Gesetz, wenn der Gegner am Boden liegt, ist Schluss. Heute ist das vielmehr die Einladung, mit voller Wucht auf den Kopf des Liegenden einzutreten. Bei der Verhandlung dann freilich weinen sie Rotz und Wasser, die tapferen Täter, obwohl ihnen in der Regel eh nicht viel passiert.

Oder sie reisen einfach aus. So passiert in Deutschland, wo ein Mordverdächtiger samt Familie akkurat in jenes Land ausreiste, in das man ihn nicht abschieben konnte, weil es kein sicheres Land sei. Wie das mit abweichenden Personaldaten überhaupt möglich war, ist mir ein Rätsel, denn jeder Normalo weiß, dass eine Flugreise am Flughafen endet, wenn im Reisepass Gabriele und in den Tickets Gabriala steht.

Die Fehler der Vergangenheit haben dazu geführt, dass wir mit 107.000 türkischen Doppelstaatsbürgern konfrontiert sind, mit Leuten, die oft schon in der zweiten und dritten Generation im Lande sind, alle Privilegien eines freien Landes genießen und trotzdem nicht müde werden, darauf herumzutrampeln. Wir sind ein so freies Land, dass es jedem freisteht, sofort abhauen zu können, wenn es jemandem hier nicht gefällt. Ich sehe nicht ein, warum wir uns in unserer eigenen Stube davor fürchten müssen, dass die Idioten das 1922 in der Türkei abgeschaffte Sultanat wieder zurückhaben wollen.

Lange her ist es auch, dass die Kanadier 1814, damals war Kanada noch Britisch, im Zuge einer Gegenoffensive das Weiße Haus in Washington in Brand gesteckt haben, was Trump aber nicht daran hinderte, es dem kanadischen Premier im Vorfeld des G7 Gipfels letzte Woche vorzuwerfen.

Wer weiß, ob die Absage des Bayerischen Verkehrsministers beim Transitgipfel in Bozen nicht auch damit zusammenhängt, dass wir 1809 am Bergisel auf die Bayern geschossen haben? Nicht wenige jedenfalls sind der Meinung, dass dem Scheuer dafür eine Kräftige zu Scheuern sei.

Ob Museumschef Meighörner die Schmach von damals damit tilgen wollte, dass er auf Land und Museumsverein feuerte, weiß nur er, aber dass der Schwanz, der mit dem Hund wedeln wollte, im Palfraderischen Gegenfeuer untergegangen ist, freut mich und beruhigt doch einigermaßen.

Überhaupt ist es schön festzustellen, dass die Regierung zu Wien nicht wie früher lange herumeierte und bei Moscheen und Predigern endlich handelte.

Bevor jemand denkt, ich hätte den aufgedeckten Aufdecker vergessen, eine Stammtisch-Bierdeckelgleichung:

„Liste Pilz = Brechmittel!“

Schönen Sonntag!

was es wiegt das hat´s!

Jeder hat das Recht seine Meinung zu ändern und eigentlich wäre man ja ziemlich vertrottelt, wenn man nicht jeden Tag etwas dazulernen würde und das dann in seine Meinung einfließen ließe, doch manchmal verschlägt es einem schon die Sprache, wenn sich solche Änderungen nicht entwickeln, sondern sozusagen aus heiterem Himmel ein Geistesblitz in die handelnde Person fährt. So ist es für mich schon erwähnenswert, wenn unser BuPrä in doch einigermaßen überraschend kurzer Zeit sich plötzlich vom Schützenwesen angetan zeigt. Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass er die Trachtenträger, die Bewahrer von Heimattreue und Tradition, als vorgestrige und längst überholte Spinner abtat, die in der Europäischen Union keiner brauche. Falls sein Sinneswandel wirklich nicht mit der überwältigenden Anzahl der Teilnehmer zusammenhängt, sondern er sich als BuPrä ALLER Österreicherinnen und Österreicher sieht, ist das durchaus löblich, aber bleiben wir bei der Wahrheit, kann sich jemand vorstellen, dass eine Versammlung von 11.000 Linkslinken Spinnern im Kreise von ein paar Tausend Zuschauern auch so friedlich und harmonisch abgelaufen wäre wie das Alpenregions-Treffen der Schützen letztes Wochenende in Mayrhofen? Nein, da reißt ihn auch der Kaunertaler Dialekt in seiner Rede nicht heraus, was es wiegt das hat´s und das Linke pickt.

Wenn Konrad Adenauer selig einst gesagt hat, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, dann hat er eben dazugelernt, was aber noch lange nicht heißt, dass er seine Grundwerte verleugnet hat. Da muss man sich in der Politik schon wundern, wenn zum Beispiel ein Aufdecker, der bei anderen gaaanz genau hinschaut, sein Mandat nicht annimmt und trotzdem den Gehalt für selbiges weiter bezieht. Dass er uns sein Strafverfahren, das wegen Verjährung und Nichterteilung von Ermächtigungen eingestellt wurde, als Freispruch verkaufen will, mag an seinem politischen Talent aufzuhängen sein, aber auch in diesem Falle, was es wiegt das hat´s und die Vorwürfe picken.

In Innsbruck darf man sich auch ein wenig wundern. Nein, nicht über das Wahlergebnis und die trotzdem noch agierenden, Verzeihung, kassierenden Personen, sondern darüber, dass jene, die sich jetzt wundern, exakt für das Wunder, über das sie sich jetzt wundern, selber gestimmt haben. Aber hier gilt auch, was es wiegt das hat´s, Wahlergebnisse bleiben genauso picken wie der Patscherte Kofel.

Aber das gemeine Volk, an dessen weiteren Vertrottelung mit großem Eifer gearbeitet wird, wird das schnell vergessen, denn irgendwer wird irgendwen abmurksen und dann ist plötzlich auch die Zentralmatura in Mathematik kein Problem mehr. Übrigens, man hat mir schon eine der Textaufgaben für die Prüfungswi(e)derholung zugespielt.

„Hans kauft auf dem Markt 5 Äpfel. Zwei werden auf dem Weg nach Hause faul, einen bekommt Anna und einen schenkt er Franz. Wieviel wiegen die faulen Äpfel?“

Zusatzfrage: „Sind die Drei Geschwister und wenn ja, wie alt ist ihre Oma?“

Und jetzt nix wie zum Stammtisch und mit einem kleinen Menü gespült.

Schönen Sonntag!

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