"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Alt aber gut... oder besser?

„Alt aber gut“, hört man öfters in Gesprächen, was nichts anderes zum Ausdruck bringt, als dass „alt“ nicht immer auch schlecht sein muss. Mir als ziemlich jungem Alten fällt bei mir selber auf, dass man mit zunehmender Erfahrung alles ein wenig gelassener sieht. Vieles wird relativ, denn dass es nun ziemlich sicher nicht mehr so lange dauern wird wie es einmal gedauert hat, sprich, die Ewigkeit rückt mit jedem Tag näher, hilft, Dinge etwas ruhiger und entspannter zu sehen. Nein, nicht, dass ich in Gedanken schon probeliege, manche Dinge können mich nach wie vor aufregen und aus dem Häuschen bringen und das ist auch gut so, denn wenn das Feuer einmal erloschen ist, ist es kaum wieder in Gang zu kriegen, wie jeder Pfadfinder bestätigen kann. Gerne würde ich aber den Spruch „alt aber gut“ durch „alt aber gut oder besser“ ersetzen. Das „Alt-sein“ hat sich nämlich in den letzten Jahren völlig gewandelt. War früher eine 60-Jährige eine alte Frau und galt ein 70-Jähriger als Tattergreis, so geht´s heute in diesen Höhenlagen erst richtig los. So ist aus dem alten Alten ein agiler Senior und aus der Greisin ein Mensch geworden, der versucht, seinen Lebensabend verdient zu genießen. Ein Hoch der Medizin und der Technik die so etwas möglich machen. Damit verbunden aber auch die geistige Frische, das sich nicht auf´s Abstellgleis schieben lassen, das Interesse an Leben, Kultur und nicht zuletzt der Politik. Nein, wir, die ältere Generation lässt sich nicht mehr abschieben oder mit beschwichtigenden Zugeständnisschen abspeisen, sie will mitgestalten, mitdenken, mitarbeiten, mitregieren und mitpartizipieren an dem was sie einst geschaffen hat. Leider glauben viele ältere Mitmenschen nicht an die Macht, die wir durch unser Wissen, unsere Erfahrung und nicht zuletzt durch unsere große Anzahl haben. Wir sind eine politische Größe und müssen sie nur zu nutzen wissen. Wir sollten uns nicht nur am Stammtisch und im persönlichen Gespräch ereifern, nein, wir müssen laut sein, müssen aufschreien, müssen die Regierenden an ihre Moral erinnern, an ihre Verpflichtung, unser Land und unsere Stadt auch für unsere Kinder und Enkel lebenswert zu erhalten. Wir müssen aus unseren bequemen Sofas hochkommen, die gemütliche Wohnung verlassen und zu den Urnen schreiten. Nicht nur für uns, sondern für unsere Kinder und Kindeskinder, das ist unsere Verpflichtung. Die jetzt Regierenden in Innsbruck werfen das Geld, das ohnehin nicht ihnen gehört, auf Kosten unserer Nachkommen aus dem Fenster. Wir werden uns einmal die Frage gefallen lassen müssen, warum wir nichts getan, warum wir das nicht verhindert, uns nicht zumindest lautstark zu Wort gemeldet haben. Auf Grund unserer gemachten Erfahrungen müssen wir nicht mehr alles glauben, was sie uns in Wahlzeiten vor die Füße werfen. Lassen wir uns nicht mehr vereinnahmen und benutzen, stellen wir uns auf die Hinterbeine und zeigen wir den Regierenden in Innsbruck am nächsten Sonntag, dass sie mit uns rechnen müssen!

Schönen Sonntag!

Trennungsschmerz

Es ist ja unglaublich, wer sich von wem und wer sich von was getrennt hat. Kaum hat man die lange Trauerphase nach der Trennung von Brad Pitt und Angelina Jolie überwunden, kracht die schockierende Nachricht durch die Medien, Christian Benger habe sich nach den erfolgreichen Koalitionsverhandlungen in Kärnten von seinem Bräutigam und Landeshauptmann Peter Kaiser und gleich auch von seinem Amt des ÖVP Obmannes getrennt! Der hat allerdings sofort die Gunst der Stunde erkannt, eiskalt genützt und sich mit der nächsten Schwarzen Braut ins Bett gelegt.

Natürlich nicht ohne ihr vorher das Ehe-Versprechen abgenommen zu haben, dass nur noch einer, nämlich der Kaiser selbst, etwas zu sagen hat, wenn es etwas zu reden gibt. Dass damit die Chance besteht, dass in Kärnten wirklich etwas weitergeht, können selbst die Blindesten der Blinden nicht ganz abstreiten und gut, um den Bogen wieder nach Tirol zu spannen, um die Folgen seines Handelns hat sich auch in Innsbruck der eine oder die andere nichts geschert.

Ich bin gespannt, wie die heutige Wahl in Ungarn ausgeht. Wird sich Orban von seiner Macht trennen müssen oder wird seine Abschottungspolitik von Europa und der Welt von Erfolg gekrönt sein? Werden es wieder einmal die dümmsten Kälber sein die sich ihren Metzger aussuchen? Wie auch immer das ausgeht, das ist angeblich der Preis der Demokratie, wobei ich inzwischen nicht mehr ganz sicher bin, wem die bei demokratischen Wahlen aktivierte Dummheit mehr nützt, den Wählern oder den Gewählten, wobei den einen die Trennung von einem politischen Amt mindestens genau so schmerzt wie den anderen die Trennung von der Hoffnung, durch ein Kreuzchen auf einem Schein das Kreuz auf dem Rücken kleiner machen zu können.

Einen ganz anderen Zugang zu Trennungen habe ich in der Privatwirtschaft, denn da trennen sich die Leute von eigenen Dingen. Zum Beispiel hat sich die russische Unternehmerin Elena Baturina von ihrem Fünf-Sterne-Luxushotel Grand Tirolia getrennt. Dass sie sich von Häuschen samt Garten, zum Hotel gehört auch der Golfplatz Eichenheim Kitzbühel-Aurach, trennen wollte, leuchtet mir bei kolportierten über hundert Millionen Euro an Investitionen und einem trotzdem erreichten Bilanzverlust von 2,3 Millionen schon ein, doch wer kauft das Ganze um ebenfalls kolportierte 45 Millionen?

Der Tiroler Investor Nick Huter hat sich vom Outlet-Center Brenner getrennt und es an Invesco Real Estate verkauft, wobei ich diesen Deal noch besser verstehen kann, weil ein weiteres Outlet in deren Portfolio einfach hineinpasst.

Ob es uns hineinpasst oder nicht, so der Alpenverein in seiner rasend neuen Erkenntnis, trennen müssen werden wir uns in etwa siebzig Jahren von unseren Gletschern.

… und irgendwann werden wir uns auch von unserem Leben trennen müssen, oder?

Schönen Sonntag!

April- April von Ostern

Das in den April schicken hat eine lange Tradition, denn diese Redewendung wurde schon 1618 in Bayern erstmals erwähnt. Auch der bekannterweise den jungen Damen zugeneigte französische König Heinrich IV soll an einem 1. April seiner Gattin Maria von Medici auf den Leim gegangen sein, weil diese sich als sechzehnjähriges Mädchen ausgegeben und ihn schriftlich um ein heimliches Rendezvous gebeten hatte. Als Heinrich am vereinbarten Ort eintraf, soll ihn der versammelte Hofstaat begrüßt und seine Gattin ihm untertänigst dafür gedankt haben, dass er ihrer Einladung zum „Narrenball“ gefolgt sei.

Was mich in diesem Zusammenhang beschäftigt ist die Frage nach dem Unterschied zwischen „in den April“ schicken und „Schildbürgerstreich“.

Ist Köstingers Klimaschutzfahrplan, der bis 2030 um 36 Prozent weniger Emissions-Ausstoß garantieren soll, nun eher das Eine oder eher das Andere. Während es beim 1. April in der Regel einen zum Narren gehaltenen gibt, ist der Schildbürgerstreich an sich schon eine närrische Sache. Nun, wenn man sich den Globus anschaut, dann würde ich mich, die durchaus hehren Ziele, diese blaue Kugel der Menschheit zu erhalten außer Acht lassend, in den April geschickt fühlen, wiewohl Schilda aus dem Reich der Mitte grüßt und Trump das tägliche Murmeltier schon x-mal gefeuert hat. Übrigens, auch mit heutigem Datum, und das ist wirklich kein Aprilscherz, hat China den Zugang ins freie Internet mit der Einführung des Cybersicherheitsgesetzes abgedreht. Nur noch über staatliche Server kann kommuniziert werden, alle Zugänge und Verbindungen ins WWW werden kontrolliert und können in Millisekunden wieder getrennt werden, womit China die Industriespionage quasi legalisiert hat. Sicherheitsexperten raten bereits, sensible Daten von Kurieren auf verschlüsselten USB-Sticks transportieren zu lassen. Das Mittelalter lässt grüßen, doch alles ist nicht schlecht das älter ist als das Internet und so feiern wir heute das Ende des wichtigsten Festes der Christenheit, die drei Tage vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag über Leiden und Tod am Karfreitag bis zur Auferstehung, dem Sieg über den Tod. Was allerdings für den Normalsterblichen nach dem Tod kommt bleibt das Rätsel schlechthin, denn es gibt ziemlich wenig an glaubhaften Berichten aus dem Jenseits. Aufgeatmet habe ich ein wenig, als der Papst verkündet hat, dass es die Hölle nicht gibt, wohl aber eine Auslöschung der sündhaften Seelen. Mitnichten, zu früh gefreut, denn postwendend die Depesche aus dem Vatikan, dass es sehr wohl eine Hölle gebe und der 93-jährige Berichterstatter und zugleich Gründer der Zeitung „La Repubblica“, Eugenio Scalfari, das wohl falsch verstanden habe.

Dass alte Männer manchmal einen Unsinn reden ist ja nichts Neues und so hat mich auch die Wortmeldung vom Honis nicht wirklich erschüttert, der meinte, dass zur Auferstehung des Fleisches durchaus auch der 20.te Geburtstag der Viagra am letzten Donnerstag passen würde.

Schönen Ostersonntag!

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