ein hoch dem Datenschutz

Jetzt habe ich mich schon wieder einmal getäuscht. Ich dachte, Matthias Gurschler, Chef der Brau-Union Innsbruck, lachte auf der Titelseite der Donnerstagskrone über den eh schon gewohnt gelungenen Bieranstich unseres Landeshauptmannes anlässlich der Eröffnung der Herbstmesse. Nein, er versicherte mir, dass er sich deshalb so herzlich gefreut habe, weil kein Geringerer als der Bürgermeister von Innsbruck vor ihm gekniet sei. Ich dagegen kniee schon wieder einmal vor der Datenschutzverordnung, denn ich finde es höchst an der Zeit, dass man endlich die Namen auf den Türschildern entfernt. Das geht ja nun gar nicht, dass irgendwer irgendwen, der im Übrigen freiwillig auf Facebook & Co seine intimsten Daten veröffentlicht, in einem Wohnsilo finden kann, wenn er die TOP-Nummer nicht weiß. Es ist ja auch mehr als richtig, dass jene täglichen 20 (in Worten ZWANZIG) völlig bescheuerten Autofahrer, die trotz Rumpelstreifen und doppelter Sperrlinie im Arlbergtunnel überholen und von den über 340 Kameras im Loch gefilmt werden, nicht bestraft werden können, weil man dank Datenschutzverordnung die Aufnahmen nicht verwenden darf. Dass die Tankstelle an der Autobahn in Wörgl die zweitgrößte Abnahmestelle Europas ist und durch die Niedrigpreispolitik nicht ganz unschuldig an den heuer zu erwartenden 2,5 Mio LKW-Fahrten sein dürfte, ist lediglich ein Detail am Rande.

Aber zurück zum Datenschutz-Wahn.

Was tun wir denn im Winter mit den bekameraten Allesfilmern? Wie privat ist denn der private Zweck, wenn man sich keine zehn Minuten später im Netz bewundern kann? In einem Netz, in dem man aus der Deckung der Anonymität heraus nach belieben Leute beleidigen, bedrohen und beschimpfen kann und gegen die man sich nicht wehren kann oder wie das Urteil gegen die ex. NRin Sigrid Maurer vermuten lässt, nicht einmal wehren darf. Fairerweise muss man sagen, dass sich der erkennende Richter bei der Urteilsbegründung gewunden hat, weil er dem unschuldsvermutlichen Schreiberling kein Wort geglaubt hat. Bin gespannt, ob es wirklich zu einer Anklage wegen falscher Zeugenaussage kommt und wie die ganze Sache dann ausgeht.

Aber es gibt auch gute Nachrichten!

Man ist am überlegen, den Pannenstreifen auf der Autobahn für die Radfahrer freizugeben. Das würde auch Sinn machen, denn die Luftgüte in Innsbruck war noch nie so hoch wie während der Rad-WM, was angeblich dem Umstand geschuldet war, dass die Drahteselpiloten die ganze schlechte Luft weggeschnauft haben.

Wer wo in Kitzbühel seine Luft ansaugt und die Schisaison schon eröffnet hat, weiß ich nicht, aber ich fürchte mich schon vor dem Tag, an dem einige Fremden (so haben wir sie früher genannt) gerne hätten, dass die Tiroler alle rote Haare haben sollen.

Ich jedenfalls stoße heute am Stammtisch darauf an, dass der Rote Schieder nach Brüssel, in das Gut Aiderbichl für Politiker wechselt. Ich bin ziemlich sicher, dass er da mehr erreicht als in Österreich. Was ist eigentlich weniger wie nix?

Schönen Sonntag!

die früchte der erde

Ist das Erntedankfest, das wir heute feiern und das es laut Wikipedia in der röm.kath. Kirche schon seit dem 3. Jahrhundert gibt, überhaupt noch zeitgemäß? Interessantes Detail, Adolf Hitler verfügte 1933, dass das Erntedankfest zentral am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden sollte, was dann im Gesetz über die Feiertage vom 27. Februar 1934 auch dazu führte, dass der erste Sonntag nach dem 29. September zum gesetzlichen Feiertag erhoben wurde. Dass daraus dann das Reichserntedankfest, organisiert vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wurde, ist der damaligen Zeit geschuldet. Aber ist der Begriff Ernte in der Reduzierung auf das zugegebenermaßen Wesentliche, nämlich die Früchte der Erde, noch zeitgemäß? Gibt es in unserer Gesellschaft nicht schon lange ganz andere Ernten? Tut die halbe Welt nicht so, als ob der eigene Sarg einen Anhänger hätte? Haben wir vergessen, dass wir nackt kommen und nackt gehen, dass eben das letzte Hemd keine Taschen hat? Haben wir in unserer Gier im Zusammenraffen weltlicher Werte ganz vergessen, dass man zum Leben ganz wenig braucht, dass man Geld nicht essen kann, wie Hubert von Goisern singt, es aber gut brennt? Geht es uns einfach nur viel zu gut, dass wir auf das Wesentliche vergessen und froh um jede Ablenkung sind? Wie sonst lässt sich erklären, dass wir auf Götzen abfahren und uns von selfmade Moralaposteln unterjochen lassen, dass die Errungenschaften der sozialen Medien zum Bumerang für die Gesellschaft geworden sind? Sind wir nicht dankbar geworden für jeden Skandal, der vom eigenen Sauhaufen ablenkt? Muss es wirklich sein, dass wir genüsslich jedem Politiker die Unterhose umdrehen? Wem hilft es, wenn ein ZIB 2 Star den Begriff „telegen“ als sexistisch festlegt? Wer oder was befugt ihn dazu, sich zur moralischen Instanz der Republik aufzuschwingen? Und welche fehlgeleitete Synapse sorgt in unseren Hirnen dafür, sich über einen derartigen Blödsinn überhaupt Gedanken zu machen, mehr noch, sich Gedanken darüber zu machen, ob es schon richtig ist, dass man sich darüber Gedanken macht?? Ist das die Ernte der heutigen Zeit, die Zeit der Medienhetze und des Internet-Terrorismus? Muss wirklich die Welt untergehen, bevor wir uns wieder auf das Wesentliche besinnen? Dass die Früchte der Erde unser Überleben garantieren und kein Börsenindex. Ist es nicht höchst an der Zeit, jenen Kindern, die auf den Almen ganz enttäuscht vom Smartphone aufschauen, weil sie die Suche nach einer lila Kuh mit weißer Aufschrift aufgegeben haben, zu sagen, dass die Milch von der Kuh kommt und nicht von der Molkerei und dass das Brot aus Getreide gemacht wird, das der Bauer sät und erntet und nicht der Supermarkt ausspuckt?

Und deshalb, ganz im Sinne des heutigen mehr denn je aktuellen Festes, wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag und stoße am Stammtisch in tiefer Dankbarkeit auf unsere Hopfen- und Malzbauern mit köstlichem Gerstensaft an und auf den Spruch, dass die Moral der Heiligenschein der Scheinheiligen ist!

Schönen Sonntag!

das kann man so nicht sagen!

Der Stehsatz „das kann man so nicht sagen“ erheitert mich bei politischen Diskussionen immer wieder, denn warum kann man das nicht so sagen, wenn man´s gerade so gesagt hat? Überhaupt habe ich das Gefühl, es kommt inzwischen längst nicht mehr darauf an was man gesagt hat, denn wie man es gesagt hat. Die Formulierung ist weit wichtiger als der Inhalt. Dass die Angst vor der Keule der politically correctnes umgeht ist eine ungeliebte Tatsache, so tut es gut, wenn es Menschen im Land gibt, die sich nicht ducken, die den Mut haben Dinge anzusprechen, denen das Geheule der linkslinken Meute hinten vorbei geht und genau deshalb möchte ich den geschätzten Leserinnen und Lesern dieser Zeilen die Stellenausschreibung des Hartsteinwerk Kitzbühel nicht vorenthalten, die eine(n) Maschinist/in oder Schlosser/in (38,5 Std./Woche) gesucht und folgendes Anforderungsprofil erstellt haben.

* du bist nicht komplett verpeilt

* bist in der Lage, dich selbst im Supermarkt mit Grundnahrungs-mitteln zu versorgen

* brauchst nicht in den nächsten 5 Wochen ein Urlaubssemester, weil du erst mal selbst zu dir finden musst

* du kannst die Uhr lesen

* musst nicht alle 3 Minuten eine WhatsApp schreiben oder Facebook checken

* beherrschst die Grundrechnungs-arten

* kannst dich in deutscher Sprache verständigen

* du kannst dir vorstellen, mind. 5x pro Woche zu arbeiten ohne gleich an Burnout zu erkranken?

DANN BEWIRB DICH BEI UNS!

Laut lachen müsste man wenn´s nicht so traurig wäre, aber darf man so etwas überhaupt denken, geschweige denn als Profil festlegen? So kann man das doch nicht sagen, oder!

Ein nicht gerade kleiner Arbeitgeber in Mayrhofen hat mir erzählt, dass sich einmal auf eine Stellenanzeige für eine einfache Tätigkeit ein vom AMS geschickter Mann meldete. Im Vorstellungsgespräch machte dieser gleich klar, dass er an der Arbeit überhaupt kein Interesse habe, weshalb er quer über das mitgebrachte Formular „arbeitsunwillig!“ geschrieben habe. Ein Telefonat am nächsten Tag brachte den Vorwurf, „dass man das so nicht machen könne!“, was einerseits für Erheiterung sorgte, weil man es ja gerade so gemacht hatte und andererseits der Auslöser dafür war, dass man ihn jetzt mit derartigen „arbeitswütigen“ Bewerbern verschonen würde. Aber das kann man so nicht sagen, weil ja jeder arbeiten will? Dass man künftig bei Straftätern die Nationalität auch erfahren darf, dürfte allerdings für weit mehr Zündstoff im Lande sorgen als die (eh bekannten) Probleme des AMS.

Bevor ich´s vergesse, weiß jemand schon die Nummer des Spendenkontos des um seine 6.200.- Euro Zusatzeinkommen gebrachten obersozialen Obersozialisten?

Kerndienliche Hinweise sind an die brav steuerzahlenden Wählerinnen und Wähler erbeten und werden von den Stammtischen des Landes sehr gerne entgegengenommen. Prost!

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