nix wissen macht auch nix

Solche Schlingel aber auch, jetzt lese ich in der Zeitung, dass sich die beiden russischen Spione im Fall Skripal in Großbritannien getarnt haben. Stellen sie sich mal vor, sie haben im britischen Konsulat in St. Petersburg gelogen um an eine Visa zu kommen, haben angegeben, dass sie international tätige Geschäftsleute sind, und dabei sind sie doch Spione! Aber wenigstens ist das so geheim, dass wir es über die Medien erfahren haben, was wiederum gut ist, denn über unseren Geheimdienst BVT wäre das niemals bekannt geworden. Mit denen redet kein ausländischer Geheimdienst mehr, was wiederum klar ist, denn wer schickt schon seinem Freund Fotos und Erlebnisbericht vom eigenen Seitensprung, wenn er weiß, dass dessen Frau die Zugangsdaten zu Handy und PC hat. Aber man kann dem Kickl gar nicht böse sein, denn dass der BVT Informationen über die Rechte Szene zusammengetragen hat, war allgemein bekannt, was aber wussten die Jungs unter Peter Gridling wirklich? Und das ist ein unhaltbarer Zustand, denn da sitzt man wohl nicht nur auf glühenden Kohlen, sondern eher auf einem gewaltigen Haufen Landminen. So betrachtet ist der Grund der fraglichen Akten einsichtig zu werden verständlich, wogegen die Art und Weise doch ein wenig verwundert, denn schließlich wäre der Herr Innenminister wohl der Vorgesetzte besagter Abteilung gewesen. Dass er mit einer derartigen auch international für Aufregung sorgenden Aktion einen beträchtlichen Schaden produziert hat, dürfte der, der´s dem Kickl geraten hat, auch gewusst haben. Aber wenn man einen Krieg führt gibt’s halt auch Kollateralschäden und in diese Rubrik werde ich wohl auch meinen jüngsten Albtraum einordnen müssen. Ich träumte in die Vergangenheit zurück und sah den Vorgänger des angepatzten BVT Chef´s, Gert-René Polli, wie er als Wunschkind des damaligen Innenministers Strasser fliegend vom militärischen Geheimdienst an die Spitze des BVT wechselte. Peter Gridling, nun, Jobgarantien gibt es in dieser Liga keine mehr, wechselte zur Europol nach DenHaag. Dann kam ein Innenminister Platter, der wieder befreite aus iranischen Gründen ersteren wieder von diesem Posten und holte dafür den Tiroler Polizisten in die Heimat zurück. Irgendwie war ich plötzlich im Rauchersalon des Hotel Atlon in Wien, einem wahren Goldgruber der Wiener Polizei und sah von oben herab, wie die Herren sich darüber unterhielten, dass man die Staatsanwaltschaft wohl ein wenig anflunkern müsse um an einen Hausdurchsuchungsbefehl zu kommen. Dann bin ich schweißgebadet aufgewacht, denn das wäre ja verboten, das würde niemals jemand wagen und überhaupt!

Sowas wagt nur mein Lieblingspräsident. Googeln sie einmal „Idiot“ und sie werden sehen, dass der erste Eintrag schon einem Mr. Trump gewidmet ist. Dass er jetzt den Namen des Maulwurfes im Weißen Haus wissen will ist nur mehr als verständlich.

Ich freu mich schon nächsten Sonntag auf den Stammtisch, weil wenn der Wirt fragt: „Kleines Menü, so wie immer?“ werde ich sagen: „Du weißt zu viel!“

Schönen Sonntag!

verdammt, ich will einen titel!

„Eure königliche Hoheit“ heißt es in gar nicht so wenigen Ländern auf der Welt, was so wie bei der Erbsünde nichts Gewähltes sondern etwas Mitbekommenes ist. Ob Fluch oder Segen mag dahingestellt sein, auf jeden Fall ist das ist bei „Pop-Titan“ oder „Schlagerkönigin“ wieder etwas völlig anderes, wobei ich den Titel „abgehalfteter Musiker“ gar nicht in die Wertung nehme.

Dass bei uns Titel sehr wichtig sind, weiß der gelernte Österreicher schon seit der Kaiser-Zeit, wiewohl er auch weiß, dass der Alpen-Republik-Bewohner, vor die Wahl gestellt, Titel oder Gehaltserhöhung, in der Regel ohne jeglichen Nachdenkbedarf aus dem Handgelenk heraus sofort Ersteres nimmt. Wie die Statistik sagt sind uns in dieser Frage die Frauen, im Normalfall halt, weit überlegen, denn sie denken in dieser Frage weniger emotional und an das Familieneinkommen denkend als der für Lobhudelei empfängliche starke Mann. Weit weniger der Statistik geschuldet als einem hartnäckigen Gerücht nachgehend weiß man, sorry, seit dem Grasserprozess bin ich mit dem Wort „wissen“ etwas vorsichtig geworden, nimmt man zu Recht oder zu Unrecht an, dass nicht wenige Akademikergattinnen auf dem Standesamt promoviert haben. Das hindert sie aber nicht daran, sich mit „Frau Doktor“ anreden zu lassen, was an sich ja ein Blödsinn ist, weil es genau genommen „Frau vom Doktor“ heißen müsste. Dass sich in diesem Kontext der Mann einer Bürgermeisterin als „Herr Bürgermeister“ titulieren ließ, so betrachtet wohl nur recht und billig, ist bis dato noch nicht überprüft, so wie auch die wissenschaftlichen Untersuchungen, ob das „Vergessen“ des eigentlich zu so einem Titel gehörenden Universitätsabschlusses Münchhausen´s Vermächtnis geschuldet ist, ebenfalls noch ausständig sind.

Jetzt kann man´s drehen und wenden wie man will, es schlecht heißen oder einfach als menschlich betrachten, auf jeden Fall versuchen sich die TitelfordererInnen im Normalfall besser zu stellen als sie in Wirklichkeit sind.

Nun komme ich aber vom Normal- zum Sonderfall, denn was die Ex-Regentin zu Innsbruck geritten hat, sich vom hohen Gemeinderat mit dem Titel Frau „Alt-Bürgermeisterin“ anreden zu lassen weiß nur sie. Allein beim Wörtchen „Alt“ zuckt Frau Normalo ja schon zusammen, verkriecht sich in ihrem Kokon oder versucht auf der Stelle einen Termin beim Facelifter zu bekommen. Ich will jetzt kein Kleingeld wechseln, aber ist sie nicht einfach die Frau Vize-Bürgermeister? Vize-Bürgermeisterin wäre ja auch falsch, wie auch Franzen´s Vize-Bürgermeister unter ihrer damaligen Herrschaft … verdammt, jetzt klingt das „Herrschaft“ in diesem Fall auch blöd, wiewohl die Knechtschaft der Stadt weit länger für ihre Regentschaft wird blechen müssen als diese gedauert hat.

Überhaupt vermisse ich im Gemeinderat zu Innsbruck ein wenig den Humor, denn auf das Ansinnen der Vize-Ebene hätte ich mit der Forderung reagiert, mich in Zukunft als Alt-Gendarm anreden zu lassen.

Letzte Woche am Stammtisch tauchten ein paar weitere Titelideen auf. Frau „Patscherter Kofel“ war nur eine davon.

Schönen Sonntag!

schon gejammert heute?

… über das Wetter heute vielleicht? Es ist ja wirklich viel zu warm für die Jahreszeit und zum Vergleichsjahr 256 v.Chr. viel zu trocken. Oder war das gar der heißeste Juli seit die Türken vor Wien standen? Haben sie schon gejammert, dass wir bis gestern für die Steuern gearbeitet haben oder freuen sie sich, dass es ab heute in die eigene Tasche geht? Haben sie so wie ich auch schon mal daran gedacht, deswegen einfach die erste Jahreshälfte Urlaub zu machen? Wäre es ihnen lieber über die Unwetter zu jammern die es erst seit heuer gibt oder sollten wir uns besser darüber freuen, dass wir die vergangenen Unwetter offensichtlich schon wieder vergessen haben? Zumindest ist ein Unwetter wie jüngst am Arlberg mit Sicherheit mehr als ein Grund zum Jammern, wogegen mir die

nebulose Jammerei, dass man schon sehen werde, dass alles nicht so bleiben und alles ganz anders, nämlich viel schlechter werden würde, unglaublich auf den Geist geht. Das „Jammern“, obwohl laut Duden ein schwaches Verb, kann einem stark auf die Nerven gehen. Jammern, sudern, sempern, zetern, lamentieren, schimpfen, stöhnen, motzen, meckern und was es sonst noch an verwandten Ausdrücken für die eigene Unzufriedenheit gibt, wird ziemlich oft missbräuchlich verwendet, denn nicht weil es uns so schlecht, sondern weil es uns in Wirklichkeit viel zu gut geht, wird gejammert.

Ist es zu kalt, wird gejammert, ist es zu heiß wird gejammert, regnet es zu viel ist es ein Problem, regnet es zu wenig, genauso. Das Essen kann noch so vorzüglich sein, man regt sich auf, dass das Salatdressing mehr Zucker vertragen hätte oder zumindest ein Salzstreuer am Tisch stehen hätte müssen, den man zwar nicht gebraucht hat aber vielleicht hätte brauchen können. Und wenn es sonst einfach nichts zu bemängeln gibt, hätte der Wirt sich doch um angenehmere Gäste am Nebentisch kümmern können. Denen passt ja überhaupt nichts, die nörgeln und jammern nur herum. Da schmeckt doch einem das Essen nicht mehr!

Manche fahren schon mit dem Vorsatz in den Urlaub, sich nachher durch Beschwerden den nächsten Urlaub zumindest teilweise finanzieren zu lassen und vergessen dabei, dass sie sich selber damit den schönsten Urlaub versauen.

Manche können sich schon gar nicht mehr über den heutigen schönen Tag freuen, weil es morgen möglicherweise regnet.

Ich kann das „Gesumper“ nicht mehr hören, es ist negative Energie, es ist ansteckend und es verplempert meine vermutlich ohnehin nicht mehr lange Lebenszeit. Haben sie schon einmal bemerkt, dass sich Jammerer oft ihresgleichen suchen um dann jammernd im Selbstmitleid zu versinken? Alles schlecht machend, vor dem nahenden Untergang warnend und so dem Optimisten seine Lebensfreude ausredend, sind sie eine Plage unserer Zeit, über die man wirklich jammern kann.

Heute möchte ich am Stammtisch auf die Gesundheit unseres Niki Lauda anstoßen bevor es wirklich einen Grund zum Jammern gibt.

Schönen Sonntag!

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