"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

also ich versteh´s nicht mehr

Also ich verstehe viele Dinge nicht mehr. So wie die in den letzten Tagen getroffene Entscheidung, dass der Staat einer Fluglinie unter die Arme greift, die mit ihrer Preispolitik vorher andere in den Ruin getrieben hat. Wie kann ich meinem Hausverstand erklären, dass es völlig normal ist, wenn das Parken am Flughafen München inzwischen teurer ist als der Flug nach Mallorca und zurück? Wie lange lassen wir uns noch mit dem IGL-100er im Inntal samt sündteurem voll versteuertem Sprit verarschen, während über unseren Köpfen die Flieger steuerfreies Kerosin herabregnen lassen? Wenn uns die EU wie kürzlich berichtet im Inntal nur noch 80 fahren lassen will, dann will ich aber auch diese Vollkoffer verklagen können, wenn ich nicht wirklich 80 km/h fahren kann, weil der tägliche selbst verursachte europäische LKW-Wahnsinn, wenn überhaupt nur noch Schrittgeschwindigkeit zulässt. Doch im ganzen Zorn gegen Brüssel dürfen wir jene nicht vergessen, die mitverantwortlich für das inzwischen ebenfalls tägliche Verkehrs-Chaos im Zillertal sind. Was wir brauchen sind nicht mehr Gäste und mehr Autos, sondern mehr Wertschöpfung, aber solange man als Einheimischer überlegen muss, nicht in ein Hotel zu ziehen, weil man dort billiger wohnt als zu Hause, solange wird sich da nichts ändern. Alles muss perfekt sein, alles muss immer noch billiger sein und dafür das Angebot immer größer. Das zum Wandern ausgegebene Lunch-Paket beim Frühstück ist genauso ein Sargnagel für die ganzen Hütten in den Tälern und auf den Bergen wie die Jause am Nachmittag, die ja längst nicht mehr nur aus Kaffee und Kuchen besteht. Wenn´s am späten Nachmittag auf den Bergen am Schönsten ist, sind sie wie leergefegt, denn der Gast muss ja rechtzeitig wieder im Hotel sein, schließlich hat er das so gebucht! Bekommt er als nächstes nach dem Frühstück auch noch den Rücken gekratzt?!? Vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, ob es nicht so wie für die Bauern die eine Prämie bekommen wenn sie ein Feld NICHT mähen, es eine Förderung geben soll für jene Hoteliers, die ihre Zimmer NICHT verschenken.

Ich kann diese „Geiz ist Geil“ Mentalität nicht mehr ertragen, denn etwas, das etwas wert ist muss auch etwas kosten, denn etwas das nichts kostet ist auch nichts wert! Womit ich zu meinem mangelnden Verständnis für die Staatlichen Hilfen für marode Fluglinien zurückkomme. Man möge mir bitte jenen Klein- oder Mittelbetrieb zeigen, der sich in der fraglos existierenden Abwärtsspirale der Preise selber so unterboten hat, dass er pleite ist, der von irgendwoher eine Unterstützung bekommt. Nein, man lässt ihn über die Klinge springen und trotzdem für obigen Pleitegeier blechen. Und was passiert in der Politik? Wenn man nichts ändern kann, weil man mit sich selber beschäftigt ist, tauft man den verfahrenen Karren einfach um, denn Suizid klingt allemal besser und menschlicher als Selbstmord.

Aber wird Scheiße wirklich besser, wenn man sie vom Klo in eine Vase umfüllt?

Schönen Sonntag!

wenn ich´s nicht tu...

„Wenn ich´s nicht tu, dann tut´s halt ein anderer!“ Ein beliebter Spruch für unser Gewissen obwohl man haargenau weiß, dass das was man tut, wenn auch vielleicht strafrechtlich noch gar nicht relevant doch zumindest moralisch höchst verwerflich ist. Wenn ein Wiener Spitzenbeamter, und dieser Titel bezieht sich in diesem Fall wirklich nur auf den spitzenmäßigen Gehalt, im Jahr 260.000.- Euro verdient … nein, halt, verdienen kann er das nicht, also erhält, dann ist das zwar rechtens, weil diesen Bezug ja irgendwann irgendwer einmal beschlossen haben muss, aber moralisch äußerst bedenklich, denn er hat als Beamter Nullkommanull Risiko. Im Übrigen kann ich dem dazu gehörigen Wiener Argument, dass er so viel verdienen müsse, damit er nicht bestechlich sei, nur ein müdes Lächeln abgewinnen.

Aber „Wenn ich´s nicht kassier, dann tut´s halt ein anderer!“ werden sich auch die kürzlich in Innsbruck dingfest gemachten Dealer gedacht haben, die Kiloweise Suchtgift ins Land geschmuggelt haben. Und damit komme ich auch schon zur Erweiterung der heutigen Überschrift: „Wenn ich´s nicht tu, dann tut´s keiner!“ Dass Kurz schärfere Strafen bei Gewaltdelikten fordert finde ich deutlich nachvollziehbarer als die Aussage des Richter-Präsi dazu, dass es bei Strafen eben auch um die Generalprävention gehe und diese bei Gewaltdelikten, bei denen der Täter ja aus Emotionen heraus geleitet würde, nicht greife. Könnte lustig sein, ist es aber nicht, denn wenn der Mörder des eigenen Kindes nach ein paar Jährchen Knast wieder grinsend am Nebentisch sitzen könnte, lacht man nur noch auf den Stockzähnen. Kann man eigentlich eher den unabhängigen Richter oder eher den Sachverständigen haftbar machen, wenn der vorzeitig aus der Haft entlassene erfolgreich Resozialisierte wieder „nur“ aus einer Emotion heraus handelt?

Aber lassen sie mich von dieser Kluft zwischen Studium und Hausverstand zu einem anderen Thema kommen.

Etwas, das mir partout nicht mehr aus dem Sinn gehen will sind die Fibronil-Eier. Sie wissen schon, diese mit Insektengift versetzten Eierchen aus Eu-geförderter Kleinbauern-Freilandhaltung in Belgien und den Niederlanden. Abgesehen davon,

dass das Fibronil in den Eiern, und ich habe das im Selbstversuch getestet, gegen Stechmücken und Zeckenbefall völlig wirkungslos war, müsste man angeblich an die vierundzwanzig Stück verdrücken, bevor man mit Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen rechnen könne und damit einer Sammelklage nichts mehr im Wege stünde. Ich überlege schon die ganze Zeit was in den von meinem EU-ungeförderten Tuxer-Hennenbauern ins Haus gelieferten Eiern drin sein könnte, wenn mir bereits nach fünfzehn Stück hinuntergewürgten, man verzeihe mir diesen Ausdruck, aber wer einmal versucht hat mehr als zehn solcher Eier am Stück zu essen, weiß wovon ich rede, schlecht wird.

Da lob ich mir heute am Stammtisch beim Kramerwirt ein hausgemachtes Würstl, denn Frankfurter darf er sie nicht nennenJ

Schönen Sonntag!

ach wie gut dass niemand weiß...

Ach wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß! Nach den ganzen Quereinsteigern werden die Parteigranden samt Berater nach Sportlern und Wissenschaftlern wohl bald auch auf Rumpelstilzchen und Schneewittchen zurückgreifen müssen um den verfahrenen Karren irgendwie aus dem Dreck zu zerren.

Wenn man den ganzen kriminellen Sumpf rund um die Politik beobachtet wäre vielleicht die Panzerknacker-Bande eine Option oder im Hinblick auf die „holen sie sich, was ihnen zusteht“ Mentalität die Dalton-Brüder. Wem nun was wirklich „zusteht“ könnte man ja von einem Jedi-Ritter aus Star Wars auf Listenplatz 3 beurteilen lassen, oder sollte man wegen dem Reizverdruß-System hinter dem Gerloser Ur-Franz besser Prinzessin Leia nehmen? Aber vom Franz zurück zum Ernst, denn ob das was da abgeht, und das meine ich selbst bei wohlwollendster Betrachtung des in dieser traurigen Zeit nicht hoch genug einzuschätzenden Unterhaltungswertes, der Politik wirklich dienlich ist, wage ich zu bezweifeln. Nicht, dass sich Superheldin, Märchenprinz und Co in ihrer politischen Ahnungslosigkeit durchaus mit bereits agierenden Mandatsinhabern messen könnten und das daher absolut nichts Neues wäre, erhebt sich die Frage, was man tun will, wenn offensichtlich langsam der Reißverschluss klemmt, weil die dafür notwendigen Kandidatinnen zurücktreten? Schade, dass man nicht Kinder und Hunde nominieren kann, denn dass das funktioniert hat man im Showbiz längst erkannt und bewiesen. Eine Alternative wären möglicherweise die tapferen Mädl´s unserer Fußball-National-Frauenschaft, denn die wären das Hin- und Hertreten gewöhnt. Aber werden die Fan´s alle wählen gehen und hält die Euphorie bis in die Wahlzelle? Was sagen die Umfragen? Fragen über Fragen, und so sehe ich es durchaus positiv, dass die Ministerin Karmasin wieder in ihren alten Job zurückkehrt, denn dann gibt´s wieder einen mehr, der die Flöhe husten sieht und das Gras wachsen hört und die nicht zu beantwortenden Fragen auch wieder nicht beantworten kann. Himmel, was gäbe ich für Politiker, die ihre Entscheidungen nicht von irgendwelchen Umfragen abhängig machen würden. Aber es ist nicht einfach, denn wer will schon in die Politik gehen, wenn er zuerst seine Firma verkaufen muss und von dem erwartet wird, dass er nach seiner politischen Karriere unter einer Brücke schläft. Anderen geht’s aber auch nicht anders und wenn jemand glaubt, dass man allein durch eine feurige Rede die Genossen wieder auf Linie bringen kann, der kann sicher auch darüber nachdenken, wie sich Christkind und Nikolaus auf einer Liste machen würden. Was bleibt und für den einen oder anderen Mandatswerbling durchaus tröstlich sein mag ist die Tatsache, dass bei ganz tief stehender Sonne auch die kleinsten Leute lange Schatten werfen. Und eh ich´s vergess´, das ganze Geschreibsel gilt natürlich dem Vorwort des Strafgesetzbuches geschuldet für Männlein und Weiblein gleichermaßen!

Warum man das nicht überall machen kann wird wohl eines der Geheimnisse des Genderwahn´s bleiben.

Schönen Sonntag!

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