"Tirolerisch denkt"

Kolumne von Franz Eberharter

Ja, ich habe es getan

Ja, ich habe es getan. Und weil ich es getan habe, erspare ich mir dadurch fast vierhundert Euro im Jahr. Ich bin zwar ein bekennender Tiroler Patriot, aber die ständig teurer werdende Heimat kann man sich nur leisten, solange sie man sich noch leisten kann. Im gegenständlichen Fall war ich in Gedanken ganz bei dem Jüdischen Buben in der Internationalen Schule, der auf die mit zehn Euro dotierte Frage des Lehrers, welches denn nun die wichtigste Person gewesen sei, die je auf Gottes Erdboden gelebt habe, mit Jesus Christus geantwortet hatte. Der Lehrer holte ihn an die Tafel, gratulierte ihm zur Antwort und gab ihm die zehn Euro. „Sag, Isaak, du bist doch ein Jude und hast trotzdem meine Frage richtig beantwortet?“ „Ja, Herr Lehrer, im Herzen weiß ich, dass es Moses war, aber Geschäft ist Geschäft!“

Welche Art von Geschäft jenes Richterkollegium betrieben hat, die die Elektroauto´s nicht vom IG-L-Hunderter ausgenommen hat, wird wohl ein Geheimnis der unabhängig geblendeten Justitia bleiben, wobei ich noch Wetten annehme, dass der vermutlich somalische Versuchsvergewaltiger von Innsbruck, den die Polizisten von der Frau herunterzerren mussten, nicht einmal so lange eingesperrt wird, dass er sich an die hervorragende Diät-Küche im Hotel mit den stählernen Vorhängen an der Völserstraße gewöhnen könnte. Was vielleicht nicht jeder weiß, die Köche dort müssen jedem Tierchen sein Bläsierchen aufkochen und der Herr aus Somalia wird vermutlich die eine oder andere von uns mit verständnisvoller Toleranz tolerierte Intoleranz haben. Nicht ganz so verständnisvoll tolerant wäre ich in der Beurteilung, welche hochqualifizierten und -bezahlten Leute in der Causa Grasser am Werk gewesen sein müssen, um für eine Einstellung eines Verfahrens ganze sieben Jahre an Steuergeldern zu verprassen, möchte diese aber angesichts des österlichen Friedens dem geneigten Leser überlassen. Ich fürchte mich vor nicht vielem, aber irgendwie kommt mir wieder Tuxjoch-Heinrich in den Sinn, der immer gesagt hat, sei froh, wenn dir nichts gestohlen wird, denn sonst hast du Probleme mit dem Gericht.

Keine Probleme gibt´s dagegen, wenn man in Gerlos einen Hoteleingang verwüstet und Niederländer ist. Da kann die Polizei effizient und genau ermitteln wie sie will, der Staatsanwältin gehört das Hotel ja nicht.

Und ja, bevor ich´s vergess´, gewechselt hab ich den Strom- und den Gasanbieter und wenn ich die ersparte Summe durch 50 Sonntage dividiere, dann kann ich heute am Stammtisch meine Freunde auf ein Osterei einladen.

Schönen Sonntag und Frohe Ostern!

Franz KAISER Eberharter mit „i hau mi o“ am 22. April um 20 Uhr im Theatersaal des Hotel Tipotsch in Stumm – Karten: 0681/10284804

die Sache mit der Wahrheit

Mit der Wahrheit ist es so ein Ding, denn ziemlich oft ist sie nur eine ziemlich subjektive Sache, weil was für den einen wahr ist, ist für den anderen eben falsch.

Selbst wissenschaftlich anerkannte Erkenntnisse muss man in diesem Kontext betrachten, denn bis auf wenige unwiderlegbare Grundlagen (wer legt das wieder fest?) ist so eine Wahrheit eine Ausnahme, für die es für jeden wissenschaftlichen Experten wieder zehn andere gibt, die genauso fundiert das exakte Gegenteil behaupten. Allen Wahrheiten aber gemeinsam ist die Frage, was nützt uns die Wahrheit, wenn sie uns nichts nützt. Was hilft es, wenn der abgedankte Landesfürst Erwin Pröll die geschützte Werkstätte Staatlicher Rotfunk des gelenkten Journalismus bezichtigt, wenn dann doch absolut nichts geschieht. Abgesehen davon, dass der zwar wahlberechtigte aber zwangsvergebührte Durchschnittsbürger das was weiß ich schon wie lange gewusst hat, erhebt sich die Frage, warum er sich über diese Wahrheit erst jetzt aufgeregt hat, also nachdem er die Macht abgegeben hat. Ist das am Ende gar ein Indiz dafür, welche Macht der ORF wirklich hat, wie stark er in der Lage ist zu manipulieren, Dinge zu verdrehen, Fokusse zu verschieben, nicht über Politik zu berichten, sondern sie zu betreiben? Bräuchte es nach dem Verbot religiöser Zeichen nicht auch dringendst eine Bestimmung, wonach sich etwa ein Nachrichtensprecher eine rote Tulpe ans Revers stecken müsste? Mir fällt jetzt auf der Schnelle kein Nachrichtensprecher ein, der etwas Schwarzes am Sakko tragen müsste.

Was ist nun die Wahrheit? Haben am Ende eigene Leute das Giftgasmassaker in Syrien angerichtet um andere anpatzen zu können? War der amerikanische Schlag gegen die Syrer berechtigt? Stimmt das, dass die Russen zuschauen? Wann setzt der Erdowahn das Osmanische Reich um und wie lange lässt man das wahnsinnige nordkoreanische Baby noch ungestraft Raketen testen?

Alles in allem spüre ich eine Zuspitzung in eine Richtung, wo niemand mehr weiß, was wirklich wahr und was „faked news“ sind. Die hat´s zwar immer schon gegeben, aber seit Trump sind sie offiziell anerkannte Religion. Die ultimative Lösung heißt:

„Wir zetteln einen Krieg an und wir haben auf einen Schlag keine Probleme mehr!“ Nicht, dass mich das bei den derzeit regierenden narzisstischen Machthabern sonderlich wundern würde und dass das nicht gerade wenige Kriegstreiber schon in der Vergangenheit eindrucksvoll erbombt hätten, aber was würde dadurch gelöst?

Vermutlich würde der Schnaps und das Bier am Stammtisch teurer werden, Prost!

Schönen Sonntag!

Franz KAISER Eberharter mit „i hau mi o“ am 22. April um 20 Uhr im Theatersaal des Hotel Tipotsch in Stumm – Karten: 0681/10284804

Immer diese Aprilscherzchen

Süßigkeiten erst ab 3 Jahre, Handy ab 6, wählen ab 12, rauchen ab 18 und heiraten ab 30. Welche dieser geplanten Gesetzesänderungen ist ein Aprilscherz? Abgesehen davon, dass die meisten Passanten die ich befragte, prinzipiell alles für möglich hielten und damit eindrucksvoll die allgemeine Meinung über die gesetzgebende Kaste zum Ausdruck brachten, hielten auf genaueres Nachbohren die Mehrheit lediglich den Gesetzesvorschlag Heiraten erst ab 30 für einen Aprilscherz. Dass das Jugendschutzgesetz vereinheitlicht werden soll ist nicht hoch genug zu preisen, aber was die Anhebung des Paffalters auf 18 Jahre bringen soll solange man 12-jährigen Gören auf dem Schulhof die Tschik nicht ungestraft abnehmen darf, weiß ich nicht. Aber wer weiß, vielleicht fällt ihnen rechtzeitig zum nächsten ersten April ein Kondombenützungsverpflichtungsgesetz ein. Überwachen müssten dieses Gesetz dann die gleichen, die schon so erfolgreich das bisherige 16-Jahre Rauchverbot überwacht haben. Aber zurück zum gestrigen ersten Tag im April.

Manche Aprilscherze sind grottenschlecht aber manche auch genial. Über manche Scherze kann man lachen, über andere kann man sich ärgern aber über manche nur staunen. Als ich auf einer Wistlblowerseite im Internet las, wie sich die Kaiserjägermusik den letztjährigen Ausflug nach Moskau finanzierte, dachte ich mir, genial, auf so einen Aprilscherz muss man erst kommen. Und dann noch mit Belegen untermauert, also da hat sich einer wirklich Mühe gemacht, alle Achtung. Lustig fand ich auch die neue Maßeinheit, den Trump, also die kürzeste Zeitspanne zwischen zwei Fettnäpfchen. Weniger gefreut habe ich mich am Donnerstag, als ich zu Patschi´s dreißigstem Geburtstag nach Serfaus fuhr. In Zirl, also am Ende der Tiroler Luftverschmutzung, fragte ich mich, wie macht das die Felipe, dass die schlechte Luft, man darf nämlich ab dort mit ganzen 130 km/h durchs Oberland rasen, auch dort bleibt. In diesem Zusammenhang würde mich auch interessieren, um wieviel sich die Luftgüte an Sonntagen verbessert, wenn die LKW nicht fahren dürfen.

Dass das Pflegepersonal der Uniklinik Innsbruck ein Antikorruptionspapier unterschreiben musste, nur weil ein Enkel sich darüber aufregte, dass sein potentieller Erblasser dem Personal Trinkgeld gebe und damit sein sauer verdientes Erbe verprasse, kann wohl auch nur ein Aprilscherz sein wie der Umstand, dass etwa zeitgleich die Chefetage auf Einladung und Kosten einer Firma nach Hannover fuhr, um dort irgendwas bei ebendieser zu kaufen.

Irgendwie kann ich mich dunkel an eine Zeit erinnern, in der an den Hauptschulen Raucherzimmer eingerichtet wurden. Und nein, das war damals kein Aprilscherz!

Schönen Sonntag!

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